Die wissensbasierende Bioökonomie ist eine der erfolgreichsten und schnell wachsenden Bereiche in Europa

Die Europäische Union führt eine Strategie mit dem Namen Europa 2020 für "Innovationen für ein nachhaltiges Wachstum: Eine Bioökonomie für Europa" ("Innovating for sustainable growth: A Bioeconomy for Europe"). Diese Strategie fordert eine Bioökonomie als zentrales Element für ein intelligentes und grünes Wachstum in Europa. Fortschritte sowie Forschung und Innovation in der Bioökonomie erlauben es Europa, die Verwaltung ihrer erneuerbaren Ressourcen zu verbessern und neue und diversifizierte Märkte für Lebensmittel und biologisch basierenden Produkten zu öffnen. Die Ziele der Strategie zählen zu den wesentlichen der Europa 2020 Leitinitiativen "Innovation Union" und "Ein ressourcenschonendes Europa".

Die Bioökonomie Strategie und ihr Maßnahmenplan soll den Weg zu einer innovativen, ressourcenschonenden und wettbwerbsfähigen Gesellschaft ebnen. Eine Gesellschaft, die die Sicherstellung von Nahrung und den nachhaltigen Verbrauch von erneuerbaren Ressourcen für industrielle Zwecke gewährleistet und gleichzeitig den Umweltschutz nicht aus den Augen verliert.

DIE GEWÄHRLEISTUNG VON ERNÄHRUNGSSICHERHEIT

Das Wachstum der Weltbevölkerung von schätzungsweise 70% bis zum Jahre 2050 bringt eine höhere Nachfrage an Lebensmitteln einher. Der weltweite Fleischkonsum wird sich dadurch verdoppeln. Die Bioökonomie Strategie soll ein globaler Ansatz zur Bewältigung dieser Herausforderung sein. Die Entwicklung des Grundlagenwissen für eine nachhaltige Steigerung der Primärproduktion unter Berücksichtigung aller Optionen der modernsten Wissenschaft, soll zu einem lokalen und impliziten Wissen beitragen. Es wird auch zu einer Veränderung der Produktions- und Konsummuster führen und die Entwicklung zu einer nachhaltigeren und gesünderen Ernährung fördern. Die Lebensmittelverarbeitenden Gewerbe und Haushalte in der EU verschwenden etwas 90 Millionen Tonnen an Lebensmittel. Umgerechnet sind das jährlich 180 kg pro Person, ohne die Verluste in der Landwirtschaft und Fischerei eingerechnet zu haben. Ein ressourcenschonendes Europa und die "Blue Growth Initiative" sollen durch diese Strategie unterstützt werden.

DER NACHHALTIGE UMGANG MIT NATÜRLICHEN RESSOURCEN

Land- und Forstwirtschaft, Fischerei und Aquakultur brauchen etliche unverzichtbare und begrenzte Ressourcen, um Biomasse zu produzieren. Dazu gehören Land, Meer, fruchtbare und funktionstüchtige Böden, Wasser und gesunde Ökosysteme, sowie Ressourcenn wie Mineralien und Energie für die Herstellung von Düngemitteln. Ihr Einsatz beinhaltet jedoch auch erhebliche Opportunitätskosten im Zusammenhang mit dem Abbau oder sogar dem Verlust von Ökosystemleistungen. Im Bezug auf die konkurrierende Nutzung von Biomasse und dem Erbe der Vergangenheit steht die EU unter starkem Druck, "mehr durch weniger" zu produzieren und intelligente und nachhaltige Landwirtschaft, Fischerei und Aquakultur zu entwickeln.

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