Ernährung und Wohlbefinden

Das Essen hatte schon immer einen großen Einfluss auf das tägliche Leben. Die Produktion und der Verbrauch von Lebensmitteln ist in jeder Gesellschaft ein zentrales Thema. Das Kaufen, die Vorbereitung und das Essen von Nahrungsmittel sind wichtige soziale Merkmale einer Gesellschaft und manchmal sogar ein besonderes Merkmal einer sozialen Identität. Es ist der tägliche Konsum, der der Lebensmittelwissenschaft ihre Bedeutung gibt sowie ein entscheidender Faktor zur Schaffung einer multidisziplinären Wissenschaft. Die EU sieht in jeglichem Zusammenhang mit Nahrungsmittel (Lebensmittel sowie Futterkette) den Verbraucher als wichtigen Stakeholder. Deshalb unterstützt die EU die Sicherung der Qualität der Lebensmittel. Mit dem Siebten Forschungsrahmenprogramm (FP7) werden neue Perspektiven in den Bereichen Nahrung, Gesundheit und allgemeinem Wohlbefinden reflektiert. 

Der Lebensmittelforschung ist eine Aufrechterhaltung einer erschwinglichen, sicheren, gesunden und nahrhaften Ernährung im Angesicht des demographischen Wandels (wachsende Weltbevölkerung und zunehmende Verstädterung) von großer Wichtigkeit. Die Europäische Union sieht den Verbraucher als bedeutsamen Stakeholder in der gesamten Lebnsmittel- bzw. Futtermittelkette.

 

Lebensmittelnachfrage

Die Nachfrage nach Nahrungsmittel wird bis 2050 vorraussichtlich um 70% steigen und viele Lebensmittelproduktionen können eine ausreichende Versorgung schon heute nicht garantieren. Der Fleischkonsum zum Beispiel wird sich von 229 Millionen produzierten Tonnen in den Jahren 1999/2001 weltweit auf 465 Millionen Tonnen bis zum Jahr 2050 verdoppeln. In Zukunft wird die Viehzucht zunehmend im Wettbewerb mit den natürlichen Ressourcen (insbesondere Wasser und Land) stehen. Die Notwendigkeit, den Verbrauch von fossiler Energie zu reduzieren ist unumgänglich. Entwicklungen in der Tierzucht, Ernährung und Gesundheit wird zu einer Steigerung des Produktionspotentials beitragen. In dieser Hinsicht haben die Methoden der molekularen Genetik beträchtliche Auswirkungen, insbesondere die Erschwerung von Kennzeichnung und Messung der Qualität des Fleisches oder die Resistenz vor Krankheiten. Die Möglichkeit, das Erbgut der meisten Zuchttiere zu entschlüsseln und die Abnahme der Kosten für die Sequenzierung bieten ungeahnte Möglichkeiten für die Fortschritte in der Evolutionsbiologie, Tierzucht und Tiermodellen für menschliche Krankheiten.